Arthrose

Eine Arthrose ist eine degenerative und schmerzhafte Gelenkerkrankung. Es kommt hier zur Zerstörung des Gelenkknorpels.

Warum kommt es zur Arthrose?

Im Laufe des Lebens wird der Gelenkknorpel abgenutzt, dann sprechen wir von einer „Altersarthrose“. Kommt es aber schon in jüngeren Jahren zu Arthrosen dann müssen wir verstehen warum diese entstehen, und was wir als Tierbesitzer tun können, um unser Tier möglichst schmerzfrei durchs Leben zu bringen.kreis-transparent

Was sind also die Ursachen einer Arthrose?

  • Fehlstellungen (angeboren oder durch Schonhaltungen nach z.B.OP´s, durch Muskelerkrankungen/Verkürzungen, ….)
  • Mangelndes Aufwärmen vor der Belastung (Training/Arbeit; die Gelenkschmiere ist dann noch nicht flüssig genug und hat sich noch nicht im Gelenk optimal verteilt, dann reiben die Gelenkknorpel aneinander)
  • Überlastung (z.B. durch Übergewicht)
  • Durch wiederholte Gelenksentzündungen, rheumatische Entzündungen
  • Erblich bedingt (z.B. Fehlstellungen)

Wie macht sich die Arthrose bemerkbar?

  • „Anlaufschmerzen“; zu Beginn der Bewegung bewegt sich das Tier steifer, wird im Laufe der Bewegung besser. Es „läuft sich ein“.
  • Ist die Arthrose weiter fortgeschritten, bleibt die Steifheit im Gang bestehen
  • Später Knochenzubildungen am betroffenen Gelenk
  • Manchmal „knirschen“ die betroffen Gelenke
  • Muskelschwund durch Schonhaltungen
  • Muskelverkürzungen durch Schonhaltungen
  • Lockerung der Bänder des betroffenen Gelenks

Was kann man als Besitzer tun?

Bei übergewichtigen Tieren unbedingt Gewichtsreduktion, somit wird auch die Belastung auf das Gelenk gemindert.

Nahrungsergänzungsmittel: Das ist ein komplexes Thema und ich empfehle hier einen ausgebildeten Ernährungsexperten hinzu zu ziehen (gerne kann ich gute Kolleginnen empfehlen, welche auf dem Gebiet ausgebildet sind). Jedoch sei gesagt, der zerstörte Knorpel kann durch Ergänzungsmittel nicht wiederhergestellt werden. Lediglich der noch gesunde Knorpel kann besser mit Nährstoffen versorgt werden. Der Knorpel an sich ist schlecht durchblutet, d.h. er kann sich nicht über die Blutversorgung ernähren, wie z.B. Muskeln das können. Er ernährt sich durch Diffusion.

Was ist Diffusion?

Vereinfach gesagt: In den Zwischenzellräumen und den Zellen befindet sich Flüssigkeit mit Nährstoffen. Durch die andauernde Bewegung werden diese Nährstoffe zwischen den Zellen und Zwischenzellräumen mit dem Knorpel „ausgetauscht“, sie durchmischen sich. Hat das Tier nun dauerhaft nur sehr wenig Bewegung, kann dieser Nährstoffaustausch nicht stattfinden.

Was kann man physiotherapeutisch bei Arthrose tun?

Als Physiotherapeutin kann ich dem Tier durch manuelle Techniken Schmerzlinderung verschaffen. Ich kann Ihnen Übungen an die Hand geben um die Muskulatur zu kräftigen und somit die Lebensqualität zu steigern. Die Arthrose macht meist bei Wetterumschlägen vermehrt Probleme, was unbedingt berücksichtigt werden muss.

Wärmeanwendungen verschaffen Linderungen, je nach Stadium auch Kälteanwendungen. Dies sollten Sie mit dem Therapeuten besprechen.

Generell bewegen sich die Tiere auf weichen Boden besser, doch auch dies ist individuell abhängig und der Bewegungs- und Trainingsplan sollte von einem Physiotherapeuten begleitet werden.

Weitere manuelle Techniken in der Physiotherapie:

  • Massagen für die überlasteten Areale (der Körper kompensiert Schonhaltungen und daher verkürzen und verspannen benachbarte Muskeln)
  • Durchbewegen der betroffenen Gelenke zur Schmerzlinderung und zur Anregung der Gelenkschmiere (Synovia)
  • Dehnungen
  • Unterstützende Therapie mit dem NeuroStim, Matrix-Rhythmus, Elektrotherapie, Unterwasserlaufband
  • Viel Bewegung in kontrollierten Gangarten (je nach Stadium; mit dem Therapeuten besprechen)
  • Kräftigung der Kernmuskulatur zur Stabilisierung der Gelenke ohne viel Belastung. Diese Techniken werden Ihnen ebenfalls von dem behandelnden Physiotherapeuten an die Hand gegeben

Das Ziel der Therapie ist die Schmerzfreiheit und eine Wiederherstellung der muskulären Kräfte um den Körper ins Gleichgewicht zu bringen. Somit werden außerdem weiterführende Verletzungen verhindert.

Gerne arbeite ich mit ihrem behandelnden Tierarzt zusammen. Je nach Stadium, und betroffenem Gelenk, kann Ihrem Tier eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität gegeben werden.

Bitte bedenken Sie, dass eine Arthrose nicht rückgängig gemacht werden kann – aber durch konsequentes Training und physiotherapeutische Betreuung – der Prozess hinausgezögert werden kann, sowie eine Schmerzfreiheit erlangt werden kann. Auch hier spielt die Mitarbeit des Besitzers eine Schlüsselrolle.

Gerne beantworte ich Ihnen alle Fragen in einem persönlichen Gespräch.